IDC veröffentlichte schon im letzten Jahr (November 2011) im European Storage Survey die ermittelten Anwendungen, die das kommende Wachstum der benötigten Speichersysteme maßgeblich antreiben. Erstaunlicherweise finden sich Anwendungen für die Datenarchivierung an erster Stelle. Vor Datenreplikationen, Email und gemeinsamer Datennutzung.
Überraschend? Ja – in gewisser Weise ist das sehr überraschend. Versteht man doch unter dem Begriff der Archivierung die langfristige Aufbewahrung von Daten, die aber doch schon länger da sind. Und wenn die Daten schon da sind, wieso kann durch Datenarchivierung der Speicherbedarf steigen?
An der Stelle müssen wir uns die Konzepte näher ansehen, die in dem Bereich der Datenarchivierung im Umlauf sind und häufig auf Gehör und Anwendung treffen. Datenarchivierung ist überhaupt ein Thema, weil Datenhaltung teuer ist und primäre Speichersysteme hoch redundant und abgesichert sind. Anstatt teure, primäre Speicher immer weiter auszubauen, liegt es nahe, sich die vorhandenen Daten und ihre Nutzungssituation genauer anzusehen,um dabei festzustellen, dass 80-90% seit Monaten und Jahren überhaupt nicht mehr angesehen geschweige denn genutzt werden. Der Wunsch, diese Bestände auszulagern oder zu verlagern und damit Kosten zu sparen liegt nahe.
Jetzt entsteht ein Dilemma. Einerseits möchte man hoch sicheren und damit teuren Speicher von ungenutzten Daten befreien, damit Kosten sparen und gleichzeitig die Daten aber nicht verlieren (sonst wäre ja löschen eine Option). Um gleichzeitig mangelnden Administrationsresourcen Rechnung zu tragen, wird ein einfaches, preiswertes zusätzliches Speichersystem angeschafft. Bis auffällt, dass ein einfaches, preiswertes Speichersystem nicht sicher genug ist, die langfristige Aufbewahrung und Bereitstellung der Daten zu gewährleisten. Falls sich diese Erkenntnis noch vor einem Datenverlust einstellt wird weiter aufgerüstet und abgesichert. Und in diesem Verfahren entsteht das prognostizierte Wachstum an zusätzlichen Speicherbedarf.
Vielleicht rechnet am Ende ja niemand nach. Falls doch, vielleicht stellt man sich dann die Frage: Geht das nicht anders? Wäre es eine Option, die Daten offline aufzubewahren? Automatisiert, standardisiert, bedruckt, sicher?
