Wie kalt ist Cold Storage?

Kategorie: Tech Stories

Die ersten Erwähnung dürfte COLD wohl als Abkürzung für Computer Output On Laserdisc erfahren haben, jedoch wird der Begriff nach und nach immer mehr für die Ablage jener Daten benutzt, die nur noch sehr selten oder eben gar nicht mehr verwendet werden und dennoch aufbewahrt werden müssen.

Die digitale Information wird als Rohstoff des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Je nach Branche und Art der Daten, müssen diese mindestens 10, manche jedoch 30 Jahre und länger aufbewahrt werden. Diese Daten sind aber in der Regel für das Tagesgeschäft nicht relevant und werden dementsprechend kaum oder gar nicht verwendet.

Für diese Form der Archivierung ist die Lebensdauer der Datenträger und die Gesamtkosten der Speicherlösung wichtiger, als die Zugriffsgeschwindigkeit. Daten die kaum verwendet werden, müssen nicht auf immer drehenden Festplatten gespeichert werden, die permanent Strom verbrauchen und Hitze erzeugen, die wiederum über Klimaanlagen in den Rechenzentren teuer heruntergekühlt werden muss. Zudem müssen Festplattenspeicher alle 3-5 Jahre ausgetauscht werden, da sie im Dauereinsatz irgendwann verschlissen sind.

Oft werden die Daten auch auf Tape gehalten, was hinsichtlich des Energieverbrauchs schon mehr Sinn macht, jedoch aufgrund der technischen Eigenschaften für eine Langzeitachivierung in vielerlei Hinsicht riskant ist, denn Tape unterliegt einer physikalischen Abnutzung. Alleine über die eng aufeinander liegenden magnetisierten Schichten eines Bandes findet eine Entmagnetisierung des Datenträgers statt, der man über regelmäßiges Spulen zwar entgegentreten kann, jedoch dehnt das wiederum die Bänder, was auch für Beschleunigen und Stoppen zutrifft, wenn z.B. im LTSF-Format einzelne kleinere Dateien vom Band gelesen werden müssen. Ein weiterer negativer Aspekt ist die begrenzte Kompatibilität der Technologie an sich, denn die Bänder können nur mit der Software gelesen werden, mit der sie beschrieben wurden und auch bei den Laufwerken ist die Lesbarkeit der beschriebenen Tapes auf wenige Generationen Abweichung beschränkt.

Die Empfehlung geht daher ganz klar zu optischen Datenträgern, die nicht alleine aufgrund ihres geringen Energieverbrauchs und damit geringer Hitzeerzeugung den Terminus COLD verdient haben. Auch die Kompatibilität ist ungeschlagen, denn in allen aktuellen Laufwerken lassen sich noch die CDs der ersten Stunde lesen. Durch die lange Haltbarkeit der Archivdatenträger (bis zu 100 Jahre) entfällt auch die arbeitsintensive und zumeist teure Migration, die bei den voran genannten Alternativen spätestens alle 5-10 Jahre anstehen, wenn kompatible Hardware nicht mehr verfügbar ist oder Softwarehersteller vom Markt verschwinden. Die in den Libraries nach ISO-Norm beschriebenen Blu-ray Medien sind in jedem marktüblichen PC-Laufwerk lesbar.

Auch die Skalierbarkeit der Systeme sucht Ihresgleichen, denn ob die Daten Nearline in einer Library verfügbar sein sollen, wie im Facebook Projekt, wo mehrere Petabyte Videodaten vorgehalten werden oder auch Offline, wie in vielen universitären Forschungseinrichtungen oder in der Produktion, zur Archivierung von Prozessdaten, entscheidet zuletzt der Einsatzbereich und das Budget. Selbst für einen schnelleren Zugriff auf die Daten stehen mit der StorEasy WormAppliance Hybridsysteme zur Verfügung, die mit einer einzigartigen Sicherheitsarchitektur die Vorteile der Technologien miteinander verbindet.